Regierungsform: Parlamentarische Republik Todesstrafe: Nein Abschaffung : 1998 Letzte Hinrichtung: 1995
Ab dem Jahr 1991 war die Verhängung der Todesstrafe nur noch für Mord vorgesehen. Zuvor konnte sie auch bei Korruption, Straftaten gegen den Staat, Diebstahl und Vergewaltigung ausgesprochen werden.
Boris Dekanidze war eine schillernde Unterweltgröße im organisierten Verbre-chen des Landes Litauen. Er wurde wegen der Ermordung eines Journalisten im November 1994 zum Tode verurteilt. Im Mai 1995 wies Präsident Brazauskas das Gnadengesuch von Dekanidze ab. Seine Hinrichtung erfolgte zwei Monate später am 12. Juli 1995. Ein Jahr danach verkündete der Präsident ein Moratorium gegen den weiteren Vollzug aller Todesstrafen, und am 9. Dezember 1998 erklärte schließlich das Verfassungsgericht, dass die Todesstrafe im Widerspruch mit der Verfassung stehe. (Abs. 18, 19 und Abs. 21, 3. Teil) Zwei Wochen später wurde mit absoluter Stimmenmehrheit die Todesstrafe in Litauen abgeschafft und ein neues Gesetz verabschiedet, dass anstelle der Todesstrafe die lebenslängliche Haft vorsah. Alle bis dahin ausgesprochenen Todesurteile wurden in Haft-strafen umgewandelt.
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