In Großbritannien hatte die Todesstrafe lange Tradition, bis sie Mitte der 50er Jahre schrittweise aufgehoben wurde. Und zwar beschnitt das Parlament zu dieser Zeit das englische Todesstrafengesetz. Sieben Jahre später kam es am 23. Juli 1957 zu der Hinrichtung von John Vickers. Er war der erste Delinquent, dessen Fall unter das neue Gesetz fiel. Es sollten noch 28 Menschen sterben, bis am 13. August 1964 das Kapitel der Todesstrafe in England geschlossen wurde. An jenem Tag fanden gleichzeitig um 8.00 Uhr morgens im Walton Prison Liver-pool und im Strangeways Prison Manchester die letzten Hinrichtungen auf der atlantischen Insel statt. Es handelte sich dabei um Peter Anthony Allen und Gwynne Owen Evans, die durch den Strang sterben mussten. Am 8. November 1965 wurde die Todesstrafe auf Mord für einen Versuchszeitraum von fünf Jahren aus den Gesetzen gestrichen. Sie war nun nur noch für Verrat, Seeräuberei und Brandstiftung in königlichen Werften vorgesehen. Bereits ein Jahr vor Ab-lauf der geplanten Frist bestätigte das Parlament 1969 die generelle Abschaffung der Todesstrafe für Mord. Das Lager der Befürworter brachte 1994 einen Antrag auf Wiedereinführung im Parlament ein, welcher mit 403 zu 159 Stimmen abge-lehnt wurde. Im Jahr 1998 wurde die Anwendung der Todesstrafe dann auch aus dem englischen Militärrecht gestrichen.
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