Saturday, 24. June 2017
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Zitat des Tages:
Wie kann ein Staat, der die gesamte Gesellschaft repräsentiert und die Aufgabe hat, die Gesellschaft zu schützen, sich selbst auf die gleiche Stufe stellen wie ein Mörder?
Kofi Annan
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Troy Albert Kunkle - Auge um Auge, Zahn um Zahn?
Am 19. Januar soll wieder ein Mensch vergiftet werden. Es ist der in Nürnberg geborene Troy Albert Kunkle. Der US Bundesstaat Texas nimmt sich das Recht heraus, ihm das Leben zu nehmen und ihn hinzurichten. So wie Kunkle vor 20 Jahren einem un-schuldigen Familienvater das Leben nahm. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das eine war falsch – das andere wird ebenso falsch sein. Beides kann und darf eine moderne Gesellschaft nicht akzeptieren. Der Täter muss bestraft werden. Das steht außer Frage. Er soll den Rest seines Lebens im Gefängnis bleiben. Aber ein Staat darf ihn nicht töten!

Die USA gelten als stolze Nation, die für Werte wie Freiheit, Demokratie und Menschrechte stehen. Am System der Todesstrafe wird aber eisern festgehalten, auch wenn schon nachweislich Unschuldige, Geisteskranke oder Jugendliche hingerichtet wurden.

Man muss die Argumente der Befürworter respektieren, auch das gehört zu einer Demokratie. Aber es ist auch gerechtfertigt, diese sachlich zu widerlegen. So ist erwiesen, dass die Todesstrafe nicht abschreckt und die Mordraten nicht senkt. Bei keiner Strafe ist ein Justizirrtum ausgeschlossen, und die Hinrichtung kann nicht rück-gängig gemacht werden. Die Kosten einer Hinrichtung (von der Urteilsverkündung bis zur Vollstreckung des Todesurteils) übersteigen die Kosten für eine lebenslängliche Haft um ein vielfaches. Lebenslange Haft schützt die Gesellschaft definitiv vor weiteren Morden.

Das moderne Amerika muss sich viele Fragen gefallen lassen: Wie kommt es, dass die Wahrscheinlichkeit 16mal größer ist in der Todeszelle zu landen, wenn ein Farbiger einen Weißen ermordet hat als umgekehrt? Warum ist der Angeklagte in Lebensgefahr, der sich keinen guten Anwalt leisten kann? Warum ist der Giftcocktail, mit dem die Urteile vollstreckt werden, schon lange in der amerikanischen Tiermedizin verboten, weil sie den Tieren beim Einschläfern unnötiges Leiden bereitet haben?

Sicherlich: Man ist sehr schnell mit dem Ruf nach Todesstrafe. Auch in Deutschland. Wer hat nicht schon im ersten Moment daran gedacht, als wieder einer dieser widerwärtigen Kinderschänder/mörder überführt wurde? Menschlich und verständlich. Wut und die Rachegelüste sind normal.

Das Verbrechen wird aber durch die Hinrichtung des Täters weder gemindert noch ungeschehen gemacht. Der einzige Zweck einer Hinrichtung liegt in der Befriedigung moralisch nicht zu rechtfertigender Rachebedürfnisse. Will der Staat einer Straftat moralisch überlegen sein, darf er sie nicht nachvollziehen und gleiches mit gleichem vergelten.

Wie kann ein Staat, der die gesamte Gesellschaft repräsentiert und die Aufgabe hat, die Gesellschaft zu schützen, sich selbst auf die gleiche Stufe stellen wie ein Mörder? Überhaupt nicht! Und darum muss die Todesstrafe geächtet werden. Weltweit, und nicht nur in den USA.

VON FRANK RECHTMANN

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