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Todesstrafe für Mörder und Schänder?
Pro und contra: BBS-Schüler befragen Lehrer und Schüler und Passanten in der Stader Innenstadt. Eine Umfrage zum Thema Todesstrafe hat eine Klasse der Stader BBS III (B8Y1C06 / HS 106) durchgeführt. Überraschend sprach sich eine Mehrheit für die Todesstrafe aus: für Mörder und Vergewaltigerer. Für den Joker der Jugendseite des Stader, Buxtehuder und Altländer Tageblatts berichten die Schüler Anne Meyer und Dimitrij Wildt.
Den Anstoß gab eine Reportage über Stanley Tookie Williams, die die Klasse zuvor im Unterricht gesehen hatte. Stanley Williams soll eine Familie und einen ehemaligen Soldaten getötet haben, er wurde dafür zum Tode verurteilt. Im Gefängnis begann er, Kinder- und Jugendbücher zu schreiben, die sich gegen Gewalt und Gangs richteten. Bis zu seinem Tod beteuerte er seine Unschuld. Dezember 2005 wurde er mittels einer Giftspritze hingerichtet. Arnold Schwarzenegger, der Gouverneur von Kalifornien, lehnte ein Gnadengesuch ab.
Aufgeteilt in vier Gruppen befragte die BBS-Klasse Passanten in der Innenstadt sowie Lehrer und Schüler der BBS nach ihrer Einstellung zur Todesstrafe. Die Schüler wollten herausfinden, wie viele Befragte eine Einführung der Todesstrafe in Deutschland befürworten. Die meisten Befragten waren sehr interessiert und aufgeschlossen. Nur wenige wollten nicht mit uns über dieses Thema reden.

Insgesamt wurden 187 Personen zu dem Thema befragt, davon stimmten 111 für die Einführung der Todesstrafe, 76 dagegen. Von den Schülern gehörten 85 Prozent zu den Befürwortern, von den Erwachsenen würden 50 Prozent der Frauen und 72 Prozent der Männer die Einführung der Todesstrafe begrüßen. Erschreckende Argumente für die Todesstrafe waren zum Beispiel: „Die Todesstrafe schreckt ab“ und „Wer jemanden umbringt, hat den Tod verdient“.

Marina Karnikowski (17) ist für die Todesstrafe, „denn Menschen, die andere Menschen umbringen und missbrauchen, sollten selber auch qualvoll sterben. Was anderes haben diese Psychopathen nicht verdient“. Sie hätte auch nichts dagegen, wenn diese Menschen gefoltert würden.

Sarah Oellrich (20) findet, man sollte die Todesstrafe in Deutschland wieder einführen „für alle, die andere Menschen töten oder missbrauchen“. Gut fände sie allerdings auch, „wenn Menschen, die eine Straftat begangen haben, ganz hart arbeiten müssen und das Geld dann an den Staat oder an arme Kinder geht“. „Vielleicht ist es ja auch wirklich so, dass nach Einführung der Todesstrafe noch mehr Straftaten begangen werden“, sagt sie aber auch.

Der 18-jährige Marvin Abboudhe sagt, er sei nicht für und nicht gegen die Todesstrafe, „weil die Schuld oft nicht 100-prozentig bewiesen werden kann“. Außerdem herrsche in Amerika Rassismus und ein Schwarzer werde dort schneller hingerichtet als ein Weißer. „Ich finde es aber gerecht, wenn mit den Tätern das Gleiche gemacht wird, wie sie mit ihren Opfern“, sagt er. Auch Inna Fuchs (16) findet, „dass Mörder diese Strafe verdient haben, denn wenn sie Menschen umbringen, sollen sie auch sterben, am besten so, wie sie ihre Opfer getötet haben“.

Die 24-jährige Annika Peschel dagegen spricht sich gegen die Todesstrafe aus, „weil sie keinen Sinn macht, denn dann ist man ja selbst ein Mörder, also ist es nicht sinnvoll, Menschen hinzurichten“.

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Sven Markquard (19): Ich bin für die Todesstrafe, weil Kinderschänder und Mörder unbedingt etwas Schlimmeres verdient haben als eine lebenslange Freiheitsstrafe. Oft kommen die Täter ja auch schon nach zehn Jahren aus dem Gefängnis raus und dann können sie das, was sie getan haben, noch einmal tun. Dieses muss verhindert werden.

Daniela Huber (16): Die Todesstrafe ist einerseits gerecht, weil zum Beispiel Kindermörder diese Strafe verdient haben. Außerdem töten Menschen sonst vielleicht wieder. Dagegen spricht, dass der Staat nicht auch ein Mörder sein darf. Zudem ist die Todesstrafe viel zu brutal. Manchmal werden auch Menschen wegen eines falschen Verdachts hingerichtet. Und jeder Mensch kann sich in seiner Haftzeit ändern und hat deshalb eine Chance verdient.

Ziad Tarik (17): Ich bin gegen die Todesstrafe, weil diese keine Lösung ist. Denn das ist gegen die Menschlichkeit und von dem Tod des Täters hat auch keiner etwas. Und ein großer Beweis für die Ungerechtigkeit der Todesstrafe ist der Fall von Stanley Tookie Williams. In Amerika herrscht immer noch Rassismus, deshalb sind die meisten Hingerichteten Angehörige von Minderheiten.

Janina Rust (17) und Sarah Schäfer (17): Wir finden, dass die Todesstrafe gerechtfertigt ist, weil die Leute, die aus Spaß Menschen töten oder vergewaltigen, bestraft werden müssen. Aber die Unschuldigen, die die Todesstrafe bekommen, können ja nichts dafür und haben nichts damit zu tun, das finden wir schlimm. Die Richter müssen sich richtig sicher sein.
Dimitrij Wildt (17): Was ich von der Todesstrafe halte? Ich finde sie gut, weil der Straftäter dann seine gerechte Strafe bekommt, aber man sollte nicht so viele Jahre wie in Amerika bis zur Hinrichtung warten. So würde man auch viel Geld sparen.

Danielle Namboussa (17): Ich finde die Todesstrafe nicht gut, weil hier der Staat auch mordet. Außerdem kann es Unschuldige treffen. Kein Mensch hat das Recht, einem anderen das Leben zu nehmen. Rache ist keine Lösung. Deshalb sollte die Todesstrafe dort, wo es sie gibt, abgeschafft werden.

Ilana Kaval (17): Die Todesstrafe darf es in Deutschland nicht geben, weil ich es unmenschlich finde, dass die Leute, die im Gefängnis sitzen und die Todesstrafe gekriegt haben, jeden Tag Angst um ihr Leben haben müssen. Todesstrafe ist keine Lösung, sondern unmenschlich.

Sonja Immoor (17): Ich finde, dass man die Todesstrafe in Deutschland einführen sollte für Täter, die andere Menschen umgebracht oder vergewaltigt haben.

Kerstin Meyer (17): Meine eigene Meinung zur Todesstrafe ist geteilt. Einerseits ist die Todesstrafe nicht so gut, weil auch Unschuldige umgebracht werden könnten. Auf der anderen Seite ist die Todesstrafe meiner Ansicht nach gerechtfertigt, wenn die Täter es nicht bereuen und es daher wieder tun würden.

Der Artikel ist auf der Jugendseite des Stader, Buxtehuder und Altländer Tageblatts erschienen und wurde von den Jugendlichen Anne Meyer und Dimitrij Wildt geschrieben.

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