Tuesday, 23. May 2017
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Wie kann ein Staat, der die gesamte Gesellschaft repräsentiert und die Aufgabe hat, die Gesellschaft zu schützen, sich selbst auf die gleiche Stufe stellen wie ein Mörder?
Kofi Annan
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Galgen, Hängen, Strangulieren
Es gibt unterschiedliche Arten dieser Tötungsmethode, obgleich sie alle doch eines gemeinsam haben, nämlich den „Strick um den Hals“. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Methode des Tötens immer weiter perfektioniert. So lieferten sich die Henker der letzen Jahrhunderte eine wahres Wetteifern darum, welche Methode die schnellste sei.

Ihren Ursprung findet diese Art des Tötens bereits in den Anfängen der Menschheit. Bei genauer Betrachtung ist der Galgentod der Kreuzigung sehr ähnlich. Bei beiden wird der Verurteilte bis zum Eintreten des Todes gehängt bzw. befestigt. In vielen Orten Mittel- und Nordeuropas hatten die Gemeinden eine zentrale Hinrichtungsstätte. Da es bei Hinrichtungen immer wieder vorkam, dass ein Ast unter dem Gewicht des Delinquenten brach, bevorzugte man im Laufe der Zeit die stabilere Eiche als Galgen. Man spricht auch heute noch von der Diebe-, Mörder-, Henkers-, oder Hängeeiche. Später unter der Regentschaft von Karl dem Großen wurden die ersten Gerüste zum Erhängen gebaut. Damit vor der Galgen in der heutigen Form erfunden. Der Vollzug ging in folgender Weise vonstatten. Der Henker stellte den Verurteilten gefesselt unter den Galgen mit dem Kopf in der Schlinge. Nach Verlesen des Urteiles wurde sein Körper durch die Henkersknechte in die Höhe gezogen, wo nach einem qualvollen Erstickungskampf der Tod einsetzte. Dieser Todeskampf erstreckte sich über etliche Minuten. Bei einer befohlenen Verschärfung des Todesurteils konnte es passieren, dass der Henker über eine Leiter zum Delinquenten emporstieg, diesen anhob bis er wieder das Bewusstsein erlangte um ihn dann aufs Neue in die tödliche Schlinge zu hängen.

Der Fantasie des Grauens waren im Mittelalter keinerlei Grenzen gesetzt. Allzu oft war der Tod am Galgen nur der Abschluss nach mehreren schrecklichen Folterprozeduren, die der Delinquent vor dem Tode ertragen musste. Mit den Jahren wurden diese Quälereien vor dem Tod immer weniger. Zwar sahen die meisten Strafgesetzbücher sie immer noch vor, aber sie wurden immer seltener ausgesprochen, da es immer wieder zu Zwischenfällen kam. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Hinrichtungen in England nicht mehr dadurch vollzogen, dass man den Delinquenten langsam in die Höhe zog. Es kam zur Einführung des so genannten Long Drop. Der Verurteilte musste sich nun auf eine Falltüre des Schafotts platzieren, ehe er die Schlinge um den Hals gelegt bekam. Nach Betätigung eines Mechanismus stürzte er in die Tiefe. Die Länge des Seiles war so berechnet, dass der Delinquent noch vor dem Aufschlag auf den Boden abrupt davon gebremst wurde. In der Regel brach ihm durch die Wucht des Falles dabei sein Genick. Man bezweckte damit eine Humanisierung im Strafvollzug gegenüber dem bisherigen qualvollen Erstickungstod. Es lag allein in der Verantwortung des Henkers, die genaue Fallhöhe zu errechnen. Wählte er eine zu lange, so konnte es passieren, dass statt des Genickbruches der Kopf vom Körper gerissen wurde. Bei einem zu kurzen Fallweg setze der Tod wie früher langsam durch einen qualvollen Erstickungstod ein. Der Henker von England, James Berry, verfeinerte diese Technik der Exekution so weit, dass er eine Hinrichtungstabelle anfertigte, in der man genau ablesen konnte, welche Fallhöhe man benötigte, um einen raschen Tod zu erwirken. Auch auf dem neuen Kontinent Amerika wurden und werden immer noch Hinrichtungen auf diese Art vollzogen.

Allerdings gab es auch andere Methoden des Hängens!

Bei der österreichischen Methode des Hängens hoben zwei Henkershelfer den Straffälligen empor. Im selben Moment legte ihm der Scharfrichter einen Strick um den Hals und auf sein Kommando hin, drückten die Assistenten die Schultern des gefesselten Körpers in Richtung Boden. Sofort wurden Luft- und Blutzufuhr unterbunden. Der Henker selber drehte den Kopf des Verurteilten zur Seite und verdeckte das Gesicht so mit seinem Oberarm, dass die Zuschauer den Todeskampf nicht wahrgenommen konnten. Der österreichische Scharfrichter Josef Lang verfeinerte diese Methode seiner Meinung nach solchermaßen, dass "kein Delinquent mehr als eine Minute leiden müsse". Lang berichtete weiter, dass mit seiner Methode der Delinquent absolut keinen Schmerz verspüre, da er durch die völlige Abschnürung der Halsschlagader mit augenblicklicher Wirkung entweder eine Gehirnlähmung oder einen Herzschlag herbeiführe. Im Augenblick des Zuziehens des Strickes verfalle er sofort in tiefste Bewusstlosigkeit. Die kraftlosen und geringfügigen Zuckungen der nächsten Sekunden erklärte er als unbewusste Reflexe, die nur wenige Augenblicke - bei der ersten Hinrichtung fünfundvierzig Sekunden – anhalten würden. Danach sei der Körper sofort reg- und leblos.

Während des zweiten Weltkrieges starben Tausende von Menschen am Galgen; darunter auch die Attentäter auf Adolf Hitler, die am 20. Juli 1944 versucht hatten, mit einem Bombenattentat das Ende der Schreckensherrschaft herbeizuführen. Sie wurden in Berlin Pötzensee gehängt, allerdings nicht, wie es mittlerweile üblich war durch einen schnellen Tod mittels Genickbruch, sondern nach der österreichischen Art der Jahrhundertwende. Von den Hinrichtungen, die stundenlang dauerten, sind Filmaufnahmen gemacht worden, welche Hitler sich später persönlich ansah.

Nach dem Ende des nationalsozialistischen Systems sind die verurteilen Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg am 16. Oktober 1946 gehängt worden. Im Verlauf der folgenden Jahre starben noch etliche verurteilte Kriegsverbrecher am Galgen. Die meisten Hinrichtungen wurden 1948 von dem Henker Albert Pierrepoint vollstreckt, der an einem Tag bis zu 27 Menschen exekutierte.

Noch heute werden in verschiedenen Ländern dieser Erde Menschen am Galgen hingerichtet. Darunter befinden sich auch die Vereinigten Staaten vom Amerika, Japan und der Iran. Im Iran sind die Hinrichtungen teilweise öffentlich zugänglich. Damit das Geschehen für jedermann gut sichtbar ist, wird der Delinquent nicht an einem normalen Galgen aufgehängt, sondern mittels eines Kranes über die Köpfe der Zuschauer emporgehoben.

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