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USA, Texas, Huntsville
Letzte Worte als Anklage
06.10.2009, (mw), 3143
Erstmals hat jetzt mit Texas ein US-Bundesstaat die letzten Worte der meisten der 441 Männer und Frauen veröffentlicht, die dort seit 1982 exekutiert wurden. Es ist ein spektakulärer Schritt, der die Debatte um die Todesstrafe beleben dürfte, denn viele beteuern bis zum Schluss ihre Unschuld.

Auch Willie Pondexter hält sich für unschuldig. Bevor die tödlichen Chemikalien in der Hinrichtungskammer von Huntsville (Texas) in seine Adern flossen, sagte der 25jährige Farbige zu den Anwesenden: „Ihr werdet mich umbringen, doch bestrafen könnt ihr mich damit nicht. Einen Unschuldigen kann man nicht bestrafen.“ Es waren die letzten Worte von Pondexter, der verurteilt worden war, weil er nach Auffassung der Geschworenen bei einem Einbruch eine 85-jährige Rentnerin durch einen Kopfschuss ermordet hatte.

Auch Leonel Herrera klagte bis zuletzt die amerikanische Justiz an: „Unschuldig, unschuldig, unschuldig!“ rief der wegen Polizistenmordes Verurteilte – und forderte die Zeugen im Raum auf: „Kämpft weiter für die Menschenrechte!“

Als handfester Skandal gilt mittlerweile das Schicksal des Häftlings Cameron Willingham, dem inkompetente Brandexperten 1992 fälschlicherweise bescheinigten, mit einem vorsätzlich gelegten Feuer seine drei Kinder getötet zu haben. Eine Untersuchungskommission widmet sich derzeit diesem Fall. Doch für Willingham kommt dies zu spät. Er starb 2004 in Huntsville, und seine letzten Worte waren: „Ich bin ein unschuldiger Mann – verfolgt vor 12 Jahren für etwas, das ich nicht getan habe.“
„Heute geschieht etwas, das sehr falsch ist,“ sagte auch der 46-jährige Dachdecker Herrera – bevor er dann dem Gefängnisdirektor das Signal gab: „Ich bin bereit.“ Auch der 26 Jahre alte Dale Scheanette, wegen Mordes und Vergewaltigung abgeurteilt und am 10. Februar dieses Jahres exekutiert, sah sich als Justizopfer: „Ist das Mikrofon eingeschaltet?“ fragte er und fügte dann an: „Es hat noch nie fehlerfreie Verfahren gegeben.“ Johnny Johnson, nur 48 Stunden nach Scheanette hingerichtet, protestierte: „Ich bitte jeden von euch hier, gegen die Todesstrafe die Stimme zu erheben.“ Dann flossen die Gifte. Acht Minuten später stellte der Arzt den Tod fest.


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