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Deutschland, Preußen
Heute vor 100 Jahren - Hinrichtung in Hirschberg
30.04.2008, (cs), 2066
Am Donnerstag, den 30. April 1908, wurde in Hirschberg (Provinz Schlesien, Königreich Preußen) die Händlerin Pauline Scholz durch das Beil enthauptet. In ihrem Haus hatte der frühere 67 Jahre alte Arbeiter Wendelin Schäffer gewohnt, der ein stattliches Vermögen von 2000 Reichsmark besaß. Durch ein Inserat in der Zeitung suchte er eine neue Lebensgefährtin, doch verstarb er kurze Zeit darauf, am 31. Januar 1906. In seinem Nachlaß fand sich ein Testament, das Pauline Scholz als Alleinerbin einsetzte. Allerdings hatte das Gericht Zweifel an der Echtheit des Testaments, und auch der Tod des W. Schäffer erschien sehr verdächtig. Sein Leichnam wurde exhumiert und obduziert, man fand große Mengen Arsenik. Bei einer Haussuchung bei Frau Scholz wurden mehrere Flaschen Arsenik gefunden, die eine Grundlage für die Beweisführung bei der Schwurgerichtsverhandlung bildeten. Am 16. Oktober 1907 verurteilte das Schwurgericht in Hirschberg Pauline Scholz zum Tode. Nachdem Kaiser Wilhelm II am 21. April auf sein Gnadenrecht verzichtete, wurde Pauline Scholz am 30. April 1908 um 6 Uhr morgens auf dem Hof des Gerichtsgefängnisses in Hirschberg durch Scharfrichter Schwietz mit dem Handbeil enthauptet. Pauline Scholz, geborene Feige, war übrigens eine Freundin der am 2. Oktober 1907, ebenfalls in Hirschberg, wegen Giftmordes hingerichteten Ernestine Feige.

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